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Kondition
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Konditionstraining im Tennissport
Übersicht über die Trainingsphilosophie von “swiss tennis”

  1. Einleitung
    Die konditionelle Grundlage im Tennis wird immer wichtiger, da die Wettkampfaktivitäten immer mehr steigen. Nur ein gut ausgebildeter Spieler ist in der Lage, die an ihn gestellten Erwartungen zu erfüllen. Leider ist aber immer wieder festzustellen, dass gerade im konditionellen Bereich viel zu wenig investiert wird. Das heutige schnelle und aggressive Tennisspiel verlangt den körperlich austrainierten Athleten.

    Ausdauer
    Obwohl Tennis das Spiel der Pausen ist (effektive Spielzeit ca. 8-15 Min. je nach Gegner und Platz) kommt dem Ausdauertraining eine übergeordnete Bedeutung zu. Sie ist Grundlage für jegliches Training und im Wettkampf leistungslimitierend und nicht ausgleichbar. Da die Ausdauertrainingsreize im reinen Tennistraining nicht ausreichen, ist daher ein gezieltes Ausdauertraining ausserhalb des Tennisplatzes dringend erforderlich.

    Kraft:
    Im Tennis dominiert die Schnelligkeit und dabei die Explosiv- und Reaktivkraft, d.h. die Fähigkeit, Bewegungen mit hoher Beschleunigung und Geschwindigkeit durchführen zu können, z.B. schneller Start zum Ball, plötzliches Abstoppen, schnelle Richtungswechsel. schnelle Beschleunigung des Schlagarmes beim Aufschlag und anderen Schlägen usw.

    Schnelligkeit:
    Je schneller die Platzoberfläche ist und je „druckvoller” der Gegner desto bedeutsamer wird die Laufschnelligkeit. Schnelles Starten und Reagieren, plötzliches Abstoppen und schnelle Richtungsänderungen kommen im Laufe eines Matches sehr häufig vor. Deshalb benötigt der Tennisspieler Reaktions-, Start- und Grundschnelligkeit. diese sind wiederum ohne Koordination und Kraft nicht denkbar.

    Koordination:
    Koordination ist das Zusammenspiel von zentralem Nervensystem und der Skelettmuskulatur innerhalb eines bestimmten Bewegungsablaufes. Sie beinhaltet auch Begriffe wie Gewandtheit und Geschicklichkeit. Koordination ist daher die Fähigkeit, gezielte Bewegungen mit dem geringsten Kraftaufwand schnellstmöglich, situationsbedingt anwenden zu können. Z.8 auch in schwierigen Situationen eine gute Ausgangsposition schaffen und die Antizipationsfähigkeit verbessern.
     
  2. Trainingsphilosophie Konditionstrainer

    2.1 Allgemeines (generelles) Konditionstraining

    Trainingsart, die unabhängig von einer spezifischen Sportart allgemein athletische Fähigkeiten trainiert: Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und allgemeine koordinative Fähigkeiten.

    Begründung:
    Ohne Fundament lässt sich kein Haus bauen. Zudem kann der Sportler einen grossen Teil des allgemeinen Konditionstrainings selbständig durchführen.


    2.2 Orientiertes Training
    Diese Trainingsart beinhaltet das Training einer oder mehrerer konditioneller Fähigkeiten mit Annäherung an die Forderung der speziellen Sportart.

    P.Paganini 2005 sagt, dass das Training in Bezug auf die jeweilige Sportart gestaltet wird, wobei die verschiedenen konditionellen Faktoren in klar definierten Bereichen trainiert werden.

    Das orientierte Training soll die technische Struktur des Tennis nicht kopieren, sondern sich ihrer Form der Bewegungsabläufe annähern.

    Im orientierten Training wird nicht primär die Verbesserung einzelner physischer Fähigkeiten angestrebt Vielmehr die Integration des ganzen Potentials. Es wird also nicht zwingend auf eine maximale Ausschöpfung des generellen athletischen Potentials hingearbeitet, sondern vielmehr auf eine optimale Gesamtheit aller Einflussfaktoren.

    Begründung:
    Um die im Konditionstraining erworbenen Fortschritte auf dem Tennisplatz umsetzen zu können, müssen sich die Übungen an der Sportart Tennis orientieren (Kernbewegungen).

    2.2.1 Schnelligkeit und orientiertes Training:
    P. Paganini 2005 schreibt, dass die Schnelligkeit mit der Spielabsicht und der technischen Ausführung übereinstimmen muss. Ein Spieler muss sowohl im Bereich des Oberkörpers als auch im Bereich der Beine eine ausgesprochen ausgeprägte Schnelligkeit besitzen. Ein Tennisspieler muss sich aber nicht nur schnell, sondern auch richtig bewegen können.

    Nach P. Paganini 2005 besteht für den Spieler die Schwierigkeit darin, über einen langen Zeitraum all seine Qualitäten in Bezug auf die Schnelligkeit unzählige Male einsetzen zu können (Ausdauer der koordinativen Schnelligkeit = mental gesehen auch Ausdauer der Konzentrationsfähigkeit)

    2.2.2 Kraft und orientiertes Training:
    Die wichtigsten Trainingsbereiche im Tennis betreffen die „Ausdauer der Schnellkraft” und die Ausdauer der Explosivkraft'. Für den Spieler heisst es, dass komplexe und explosive Bewegungsabläufe aneinander gereiht werden und unzählige Male während den Trainings und Matches wiederholt werden, sowohl global als auch lokal Dabei kann sich der Spieler zwischen den Ballwechseln (25" oder 90" beim Seitenwechsel) zu Beginn noch komplett. mit der Zeit aber nur noch unvollständig erholen.
    Diese Ablaufstruktur des Tennisspielers verlangt vom Spieler ein hohes ausgewogenes physisches Potential aus den Bereichen der konditionellen Fähigkeiten Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Aus dieser soliden Grundlage muss gemäss P Paganini 2005 der Spieler komplexe Schnelligkeit und Kraft in hoher Widerholungszahl einsetzen können. Somit ist der spezifische Trainingsbereich klar auf die Ausdauer der Schnellkraft und die Ausdauer der Explosivität ausgerichtet.

    2.3 Integriertes Konditionstraining
    Trainingsart aus der Verbindung einer/mehrerer Ubungen aus dem allgemeinen und/oder orientierten Konditionstraining und einer/mehrerer tennisspezifischer Übungsformen

    Begründung:
    Durch den Einbezug von Tennisübungen ist der Transfer noch direkter.

    2.4 Präventives Konditionstraining
    Trainingsart mit dem Ziel, das Verletzungsrisiko vor allem der Schulter, Handgelenke, Fussgelenke und Rumpfmuskulatur mit Hilfe verschiedener Techniken (Kräftigung, Stretching. Lockerung, Massage etc.) einzudämmern.

    Begründung:
    Die Häufigkeit von Verletzungen von jugendlichen Spielern spricht für die Erhöhung des Anteils des präventiven Trainings am gesamten Trainingsumfang.
     
  3. Planungsrichtlinien
      1. Eine Saison setzt sich zusammen aus:

          1.Vorbereitungswochen
          2.Intensive Wochen
          3.Normale Trainingswochen
          4.Erholungswochen
          5.Sportmedizinische Test / Tests auf dem Platz

Flyer von Marc Frey, Bernstr. 20 A, CH-3110 Münsingen, marcfrey@gmx.ch, Wettkampftrainer A Kondition

 

Konditionstest für Kaderspieler/innen
NTV Kreis Wolfenbüttel

Allgemeines
Die Zielsetzung im Sektor Konditionstraining verlangt die systematische Erarbeitung der für den Hochleistungssport notwendigen körperlichen Voraussetzungen. Diese klare Zielsetzung verlangt auch eine regelmässige Kontrolle und eine Kontrolle braucht immer ein Messinstrument. In diesem Falle heisst das Messinstrument Konditionstest, das Aufschluss über den Stand der Kondition gibt.
Von den verschiedenen Komponenten der körperlichen Leistungsfähigkeit werden die im Tennis entscheidenden Faktoren Reaktions- und Aktionsschnelligkeit, Geschicklichkeit, Gewandtheit/ Schnellkraft, allgemeines und lokales Stehvermögen und Dauerleistungsvermögen geprüft. So weit als möglich wurden tennisbezogene Übungen gewählt, die ohne grosse Probleme trainierbar sind.
Die erreichte Punktzahl gibt Auskunft auf die Frage: Wo steht der Spieler in Bezug auf die Leistungsziele seines Jahrgangs..

Durchführung
Die verschiedenen Übungen des STV-Konditionstestes sind gemäss den nachfolgenden Beschreibungen auszuführen. Die Teilnehmer sollen zu jeder Übung ausgeruht antreten. Der Test kann an einen Tag oder beliebig aufgeteilt innerhalb einer Woche durchgeführt werden. Wir empfehlen die Durchführung der Übungen in der aufgeführten Reihenfolge, ohne sie als verbindlich zu bezeichnen. Die Ausdauerprüfung (Übung 6) sollte aus Gründen der Ermüdung als letzte Übung eines Tages absolviert werden.

Beschreibung der Übungen

  1. Pendellauf 6 x 10 m
    (Reaktions- und Aktionsschnelligkeit, Schnellkraft, Gewandtheit, Beinarbeit Tennis)
     
    Der Läufer startet hinter der Startlinie mit Hochstart. Auf das Kommando 'Auf die Plätze- fertig - los' läuft er zur gegenüberliegenden Linie, nimmt den ersten Gegenstand (Tennisball, Stefettenstab, Schwamm) auf, läuft zurück, legt ihn (nicht werfen!) hinter die Linie zu Boden und holt nacheinander den zweiten und dritten Gegenstand. Der dritte muss nicht abgelegt werden. Die Zeit wird hin Überqueren der Start-Ziel-Linie (Oberkörper) gestoppt.
    Zwei Versuche, der bessere zählt.
  2. Medizinballwurf
    (Schnellkraft, Beziehung zu Service)

    Mit der vom Fuss- und Handball bekannten überkopf-Einwurf-Bewegung – andere Wurfarten sind nicht zulässig - wird der 3 kg Medizinball ohne Anlauf so weit als möglich geworfen. Anhand eines am Boden festgeklebten Messbandes wird beim Auftreffen des Balles von Leiter die Leistung abgelesen.
    Übertreten nach den Wurf ist gestattet.
    Drei Versuche, der beste zählt.
  3. Pendellauf 14 x 20 m
    (Stehvermögen, Gewandtheit)

    Der Läufer startet hinter der Startlinie mit Hochstart. Auf das Kommando 'Auf die Plätze – fertig - los' läuft er zur gegenüberliegenden Linie, berührt diese mit einem Fuss (Beinarbeitsproblem), läuft zurück und wiederholt dies, bis 14 mal die 20 m Strecke gelaufen ist. Die Zeit wird beim Überqueren der Start-Ziel-Linie (Oberkörper) gestoppt.
    Ein Versuch.
  4. Rumpfheben 2 Minuten
    (lokales Stehvermögen, Bauchmuskeln)

    Ausgangsstellung: Rücklage, die Hände im Nacken verschränkt. Die Füsse werden von einem Partner oder mittels einer Vorrichtung (z.B. unterste Sprosse der Sprossenwand) am Boden fixiert. Die Beine sollen leicht gebeugt sein, aber der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel darf nicht kleiner sein als 90 Grad. Matten als Unterlage sind nicht gestattet. Hingegen können Trainer, Teppiche usw. benützt werden. Beginn der Übung mit dem Kommando "Los!". Ausführung: Heben und Senken des Oberkörpers, wobei abwechslungsweise der rechte Ellbogen das linke und der linke Ellbogen das rechte Knie berühren. Gezählt wird die Anzahl der möglichen Knieberührungen mit den Ellbogen. Alle 30 Sekunden Zeitmeldung an die Ausführenden.
    Ein Versuch.
  5. Liegestütze 2 Minuten
    (Schnellkraft, lokales Stehvermögen)
    Knaben/Herren: Ausführung mit Händeklatschen
    Ausgangsstellung: gestreckte Arme Schulterbreit auseinander, von Kopf bis Fuss gestreckter Körper. Mit Beginn der Übung werden die Arme gebeugt, bis der ganze Körper in gut gestreckter Haltung knapp über dem Boden ist (mit Nase Boden berühren). Mit einer schnellkräftigen Streckbewegung der Arme wird alsdann der Körper so weit hochgestossen, dass in die Hände geklatscht werden kann. Ohne Pausen wird die höchstmögliche Anzahl Liegestütze ausgeführt.
    Ein Versuch.

    Mädchen/Damen: Normalausführung
    Erster Teil der Übung wie Knaben/Herren. Zweiter Teil: Mit einer schnellkräftigen Streckbewegung der Arme wird alsdann der Körper in die Ausgangsstellung hochgestossen.
    Ein Versuch.
  6. 2000 m-Lauf für Knaben/Herren:
    1200 m-Lauf für Mädchen/Damen:

    (Dauerleistungsvermögen)
    Der Lauf soll der Vergleichbarkeit wegen wenn möglich auf einer Rundbahn ausgeführt werden. Notfalls kann auf einer genau ausgemessenen Strassenrundstrecke gelaufen werden. Die Zeit wird auf eine Sekunde genau gestoppt.
    Ein Versuch.
  • Schlussbemerkungen
    Zwei Tests, der erste im Herbst, der zweite im Frühling, also am Anfang und Ende der konditionsbetonten Vorbereitungsperiode, sind fester Bestandteil einer soliden Trainingsplanung
  • Wird intensiv trainiert, auch bei Unsicherheiten, ist eine Zwischenkontrolle im Dezember oder Januar sicher sinnvoll
  • Ebenfalls am Platz ist der Test in den Sommer-Juniorenlagern. Was über diese vier, im Jahresablauf regelmässig verteilten Tests hinausgeht, ist zu viel
  • Der Zwang zu mehreren Tests im gleichen Zeitraum ist sachlich nicht vertretbar und vermindert die Motivation - Eine Kaderzugehörigkeit schliesst die Verpflichtung zur Absolvierung des Tests ein
  • Die Testtermine sollten früh geplant und bekannt sein
  • Klare und genügende Informationen der Kader über alle mit dem Test zusammengehörende Probleme vornehmen.

Zur Nachahmung empfohlen und hier ausdrucken

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