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Korrektur

Die nachfolgenden Ratschläge sind Teil der Fortbildungskurse von
swisstennis05
und dem Kursleiter Daniel Frey zu verdanken.

Vorschläge zur FehlerkorrekturAls pdf-Datei (90 Kb) herunterladbar  

Grundsätzliches zu Fehlerkorrekturen und Lernkontrollen

 

Die Rückmeldungen sollten anfänglich vermehrt von der Lehrperson gegeben werden, aber es ist sinnvoll, die Schülerinnen und Schüler so bald als möglich auch in den Auswertungsprozess mit einzubeziehen (―> Selbsteinschätzung, Unabhängigkeit)

Die Verhaltensweisen sollten je nach Situation mit Lob und Bestätigung oder durch Korrekturen und Kritik beeinflusst werden ―> objektiv, nicht dramatisieren, begründen) Die momentane Stimmung und Motivation der Lernenden ist stets zu berücksichtigen.

Fehler in bestimmten Situationen sind nützlich! Sie sind Hinweise für Verbesserungspotential, aber nur für diese bestimmten Situationen.

Die bestehenden Fähigkeiten der Lernenden zu ergänzen ist meist sinnvoller als sie durch andere zu ersetzen. Auch wenn ein Verhalten für 90 % aller Situationen ungeeignet ist, so kann es doch für die restlichen 10 % sehr hilfreich sein. ( Die Vorteile und Grenzen eines bestimmten Verhaltens sollen die Schüler erleben können).

Wenn immer möglich soll die Ursache des Fehlers eingegrenzt werden: ist es „nur' eine falsche Idee oder fehlt es an der passenden Technik für diese Situation?

Wenn trotz Korrektur-Vorschlag keine Fortschritte erkennbar sind, sollte für das gleiche Problem eine andere Lösungsmöglichkeit gesucht werden.

Bei der Einführung von Neuem (z.B. Topspin), sind die Schüler wieder Anfänger, d.h. die Lehrperson orientiert sich beim Aufbau wieder an den Prinzipien des Anfängerunterrichtes (-> vereinfachen: zuerst alleine, dann miteinander lernen, Zeit geben,...)

Sollte die technische Ausführung in einer bestimmten Situation noch mangelhaft sein, die Strategie oder Taktik aber stimmt, muss auch wieder genügend Zeit gegeben werden.

Die Lehrpersonen haben ihren eigenen Unterricht, speziell auch in Bezug auf die Wirkung der Fehlerkorrekturen, stets zu hinterfragen und auszuwerten.
 

Beispiele von Fehlern zu den verschiedenen Spielerkategorien

Im Folgenden sind Beispiele von Fehlern zu den einzelnen Spielerkategorien aufgelistet. Mit Fehler ist ein Verhalten gemeint, das für direkte Fehler (Netz oder aus) verantwortlich ist, das Fortschritte auf dieser Stufe erschwert oder verunmöglicht und/oder das zu körperlicher Überbelastung führen kann.
Ein recht grosser Teil dieser Beispiele könnte natürlich auch noch anderen Spielerkategorien zugeordnet werden.
 

Beispiele von Fehlern zur Spielerkategorie „Anfänger I” 
oft strategische oder taktische Fehler:

  • Nur (oder deutlich mehr) Vorhand, da dies der sicherere Schlag ist.
  • Zu wenig Aufschlag / Volley / Smash
  • Kontrollschlag zu früh weglassen
  • Zu aggressiv (gegeneinander) , zu flach, zu schnell
  • Feste Vorstellungen von "richtig" und „falsch”
  • Zu frühes Spielen auf grosse Distanzen (an Grundlinie) falsche Partner?
  • Keine beidhändigen Versuche
  • Treffpunkt meist am höchsten Punkt nach Absprung

auch technische Fehler:

  • Rackethaltung mit zu viel Kraft (oft verbunden mit ruckartigen Bewegungen)
  • Schlagbewegung bei Vor- und Rückhand nicht von unten nach oben
  • Zu grosse Ausholbewegung und dann „abwürgen” des Schlages (bei Vorhand, Rückhand und Service)
  • Zu statisch (―> stillstehen beim Schlag als falsche Idee?)
  • Nur gestreckter Arm
  • Bereits extreme Griffe (erschweren das Lösen der Aufgaben dieser Stufe)
     

Beispiele von Fehlern zur Spielerkategorie „Anfänger II”
oft strategische oder taktische Fehler:

  • Zu wenig Aufschlag, Return, Volley, Smash
  • Zu viel Risiko, daher zu viele Fehler ―> zu flach, zu schnell
  • Nie Risiko, daher kaum Wirkung und Gewinnschläge eher zufällig
  • Überspringen von wichtigen Etappen im Aufbau
  • Keine Kontroll-Übungen für die Sicherheit
  • Zu wenig Schlagverbindungen
  • Bei hohen Treffpunkten zu starkes Schlagen nach unten
  • Zu langes „Staunen” nach dem Return
  • Keine individuellen Anpassungen bei körperlichen „Mängeln” (z.B. frühes Einführen von 1/2-Volley bei Gehbehinderung; oder Rückhand-Volley bei starker Unbeweglichkeit ersetzen durch Vorhand-Volley mit linker Hand ―> bessere Reichweite)

auch technische Fehler:

  • Schlecht zentriert, entweder mit grosser, unregelmässiger Streuung, oder meistens gleiche Abweichung (z.B. nahe am Schläger-Herz, nahe am Schläger-Ende)
  • Vorhand mit recht geschlossener Schlagfläche von oben nach unten geschlagen (, zu flach oder Korrektur zum Slice)
  • Treffpunkt Rückhand wenn immer möglich am höchsten Punkt und hektisch (Griff recht geschlossen)
  • Treffpunkt Rückhand meist spät (eher leichter Vorhandgriff) ―> schwierig bei nahen Treffpunkten, günstig für grosse Distanzen
  • Rückhand-Volley mit falscher Racketseite (wie Vorhand)
  • Zurückweichen Richtung Platzmitte beginnt fast immer bereits vor dem Treffpunkt (Distanzgefühl?)
  • Service-Bewegung gleicht eher einer Stoss- als einer Wurf-Bewegung (Ellbogen zu früh nach vom, Handgelenk-Einsatz wird eher blockiert)
     

Beispiele von Fehlern zur Spielerkategorie „Fortgeschrittene I“
nach wie vor strategische oder taktische Fehler:

  • Zu flache Flugbahnen (falsche Idee ―> Resultat: viele Bälle im Netz, keine Länge)
  • Volley und Smash immer nach unten (falsche Idee ―> Resultat: siehe oben)
  • Volley-Position zu nah am Netz (auch in Zusammenhang mit Doppel-Grundaufstellung)
  • Spiel des Gegners wird nicht analysiert, seine Schwächen nicht ausgenützt
  • 1. Service zu selten im Feld, da zu viel Risiko, 2. Service nur „Einwurf und angreifbar
  • Eigene Stärken werden zu selten ausgenützt
  • Drallformen werden nicht erlernt und/oder geübt

vermehrt technische Fehler:

  • Beinarbeit auf Sand ohne Rutsch-Phasen
  • Füsse beim Schlagen zu nahe nebeneinander
  • Blockierende Gegenbewegung des linken Armes beim Beschleunigen der Bälle mit Vorhand (braucht mehr Kraftaufwand und ist auch sehr störend beim Erlernen von Topspin-Vorhand)
  • Die Bewegung von unten nach oben für Topspin mit zu starkem Einsatz in der Schulter und wenig aus Handgelenk.
  • Rückhand mit „Daumengriff”
  • Zu frühes Strecken beim Smash oder Service (zu früh auf Zehenspitzen)
  • Kaum Tempo im 1. Service mangels Handgelenkeinsatz (keine Wurfbewegung)
  • Viel Tempo im 1. Service durch grossen Kraftaufwand (frontal, Vorhandgriff), aber selten im Feld
  • Slice-Bewegung beim Stopp-Ball zu aktiv (Hacker), daher schlechte Dosierung
     

Beispiele von Fehlern zur Spielerkategorie „Fortgeschrittene II
nach wie vor strategische oder taktische Fehler:

  • Zu wenig Geduld bei Erlernen von Neuem (neue Taktiken, neue Schläge, neue technische Details,)
  • Zu wenig Anpassung bei Rhythmus-Änderungen des Gegners (schnell ―> noch schneller)
  • Neue Möglichkeiten (z.B. Drall) im Training noch nicht integrieren (daher im Match sowieso nicht)
  • Zu wenig Retum-Training (zu wenig Varianten)
  • Kein gezieltes Bearbeiten von konditionellen Mängeln (Schnelligkeit, Wendigkeit, Schnellkraft,...)
  • Kein gezieltes Bearbeiten von psychischen Mängeln (zu lange frustriert, zu früh zufrieden, gar nie zufrieden, Verkrampfung oder Angst im Wettk(r)ampf...)
  • Halbvolley, Halbvolley-Stopball, Topspin-Volley, ... werden nicht erlernt und/oder gezielt trainiert
  • Topspin-Volley wird auch in ungünstigen Situationen eingesetzt und führt dann zu Fehler.

vermehrt technische Fehler:

  • Schlechte Koordination (z.B. zu frühes Hochgehen aus den Beinen beim Beschleunigen der Bälle)
  • Fehlende Anpassungen bei hohen oder tiefen Treffpunkten (Griff, Ausholbewegung, ...)
  • Gleicher Griff für Topspin und Slice (, ergibt zu viele unkontrollierte Mischformen)
  • chlaufe zu tief nach unten erschwert das Beschleunigen bei hohen Treffpunkten
  • Handgelenkeinsatz in Notsituationen ungenügend (v.a. bei Rückhand eher Körperrotation)
  • Schlechte Dosierung beim Bremsen (z.B. bei Volley-Stop) —. Kontrollschlag auf schnelle Bälle
  • Zu viele Split-Steps in der Vorbereitung zum Schlag (führt zu unnötiger Hektik und Zeitverlust)
  • Rückhand-cross (ein- oder beidhändig) mit zu viel Körperrotation (Schwung des Armes kann sich nicht entfalten)

Beispiele von Fehlern zur Spielerkategorie „Gute Spieler”
auch strategische und taktische Fehler:

  • Stärken zu wenig kennen und „kultivieren”, aber auch nicht auf eine Spielweise versteifen (z.B. nur platzieren in der Breite und nicht auch in der Länge)
  • Keine eingespielten Rituale
  • Versagen unter Stress (Lärm, Zuschauer, Punktestand, Fehlentscheide, Erwartungen anderer . . ) ―> individuelle Massnahmen herausfinden: Rituale, Atmung, Lockerungen, ...
  • Klare Zielsetzungen nicht bekannt (für Training, Wettkampf (Strategie), Saison, ...)
  • Zu wenig themenorientierte Wettkämpfe (viele Winkel; angreifen bei Retum des 2. Service; zuerst 3 x sicher, bevor Risiko; möglichst oft Gegner schon anfangs Punkt zu Fehlern zwingen; ...)
  • Weder kennen noch trainieren der „Lieblingsspielzüge” (Eröffnungen), z.B.
    • Slice-Service von rechts nach links nach aussen auf Vh, falls Return in Mitte―> Vh-Winnner cross gegen Laufrichtung (Sampras)
    • Slice-Service von rechts nach links nach aussen auf Vh, falls Retum longline ―> Rh-Winner (kurz) cross (Agassi)
    • „Kick-Service” von links nach rechts nach aussen auf Rh, falls Retum cross ―> Rh umlaufen und Vh-Winner inside-out (Courier)
    • Kick-Service" von links nach rechts nach aussen auf Rh, falls Retum cross ―> Rh-Winner longline
  • Rückhandsmash, ev. andere Spezialschläge vernachlässigt

oft technische Fehler:

  • Unökonomische Spielweise (keine optimale Koordination aller Gelenke mit den dazugehörenden Muskelgruppen, z.B. beim Beschleunigen: Finger, Handgelenk, Ellbogen, Schulter, Rumpf, Beine, Füsse
  • Bremsen (auch Stoppball) auf recht schnelle Bälle schlecht dosiert (Schwierigkeiten v.a. auch im Wechsel von starkem Beschleunigen zu starkem Bremsen)
  • Keine Unterscheidung bei defensivem und offensivem Lob. Topspin Lob aus Rücklage nie geübt
  • Zu wenig Varianten beim Erlaufen von guten Lob ―> verschiedene Lösungen ausprobieren und herausfinden, welche sich für wen am besten eignet
  • Technik für geblockte Returns in Füsse von Serve - and - Volley-Spieler nicht bekannt.
  • Technik für extreme Notsituationen nicht bekannt oder verfeinert (z.B. Griffhaltung „verlängern” für Reichweitengewinn)
  • Durchlaufen beim Angriff ans Netz nicht möglich
  • Bei hohen Treffpunkten nicht hochspringen (speziell bei kleineren Spielerinnen)
pelogo
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