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Frau Plieth, meine ehemalige Verlobte, war der Meinung, dass wir gemeinsam Sport betreiben sollten. Nachdem ich schon zum Skifahren überzeugt wurde, müsse ausser Fussball etwas anderes gespielt werden.
Da Margrit Plieth, geb. Schenk, in Kinderjahren auf dem Tennisplatz des TC Neufelds für 50 Rappen pro Stunde Bälle aufgelesen hatte und unser erstes Lebensmittelgeschäft in 5 Fussminuten entfernt lag, bot es sich an, im TC Neufeld einen Aufnahmeantrag zu stellen.
In den 70er Jahre des letzten Jahrhunderts bestand eine Warteliste von circa 100 Personen, die eintreten wollten. Der TC Neufeld hat 9 Plätze. Auf deren acht konnte Tennis gespielt werden und auf Platz 9 (im Clubhaus) wurde ausschliesslich gejasst (eine Art Skat-Spiel), also Karten gespielt.
Wir warteten also ein Jahr und nahmen während dessen bereits Unterricht beim Vereinslehrer, Bruno Kurth, einen soliden R1-Spieler (damals B1).
Bereits zu Pfingsten des gleichen Jahres hatten wir uns in unserem Ferienort Crans-Montana einen Tennisplatz gemietet und konnten bereits einen ersten ausgiebigen Streit, wie unter tennisspielenden Ehepaaren nicht unbekannt, austragen. Bekanntlich gibt es kein Unentschieden-Resultat im Tennis, kurz und gut, ich habe verloren.
Trotz gelegentlicher Diskussionen konnten wir viele gemeinsame vergnügliche Stunden beim Tennis verbringen, nachdem wir vollwertige Mitglieder im TC Neufeld geworden sind. Wir haben sehr nette und weniger nette Menschen kenngelernt. Wir fühlten uns mehrheitlich wohl im TC Neufeld, wenn wir nicht gerade am Clubturnier teilnahmen. Die weniger netten Clubmitglieder outeten sich nämlich, während man gegen sie spielen musste. Selbst Professoren waren nicht unbedingt fähig das Match-Resultat exakt wieder zu geben. Deren eigene Intelligenz reichte gerade aus, um ein Resultat zum eigenen Nutzen zu werten. Besonders schlimm war es mit den Tschechen, besonders grausam mit Jiri Grausam. Er sah die Bälle wie es zu seinem Vorteil gereichte, obwohl er eigentlich als R3 es gar nicht nötig hatte, zu unfairen Mitteln zu greifen.
Jahre später stehe ich über der Sache. Zu jener Zeit aber, fand ich oder Margrit nicht viel Gefallen daran, von eigenen Mannschaftskollegen um einzelne Punkte betrogen zu werden. Dass Tennis nicht nur ein Spiel, sondern vielleicht auch eine Art Schule für Menschenkenntnis ist, weiss ich heute. Aus der Retrospektive gesehen, sind die Erkenntnisse dieser Zeit für den eigenen Lebensweg von einiger positiver Bedeutung. Der Einstieg war nicht leicht, bereut habe ich nur zeitweilig Tennis als “meine” Sportart gewählt zu haben. Frau Frau Plieth sei Dank.

 

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